WM 2010: Einmal „Jogi“ spielen

7. Mai 2010 by

„Der Kader ist das Ergebnis von nicht nur wochen-, sondern auch monate- und jahrelangen Analysen.“

Mit diesen Worten präsentierte das Trainerteam des DFB am 6. Mai den vorläufigen WM-Kader für die Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Nach monatelangen Diskussionen über die „K“-Frage, die „T“-Frage (die neu entbrannt ist) und anderen Personalien, sprach der Bundestrainer, ein Machtwort.

Kuranyi? Hitzlsperger? Aussortiert. Gentner und Schäfer, die Spieler des ( EX-) Deutschen Meisters VFL Wolfsburg, abrasiert. Recht machen kann es Joachim Löw mit seiner Nominierung niemandem. Außer eventuell den Bayern. Mit gleich sieben Nominierungen stellt der CL-Finalist das größte Kontingent. Klar, dass es Gemurre aus Dortmund, Bremen oder Schalke gibt. Aber mal ganz ehrlich. Leistungsprinzip? Lobby? Was genau zählt um Nationalspieler zu werden, bleibt weiterhin offen.

Den vorläufigen Kader bekommt ihr noch einmal hier zu sehen:


Falls ihr euch denkt: „Mensch Jogi, lass mich mal ran. Ich bau dir ‘ne Mannschaft.“ Dann könnt ihr das ja zu genüge im Internet tun. Mit Flash-Spielen wie „Spieler-Voting: Dein Team für die WM 2010 „, von Spox.com. Oder „Spielen Sie Bundestrainer“ vom Kicker. Auch BILD präsentiert „Meine Wunsch-Elf für die WM“ Was der Anreiz ist? Gewinne natürlich.

Spox – „Spieler-Voting: Dein Team für die WM 2010 „

Kicker – „Spielen Sie Bundestrainer“

BILD – „Meine Wunsch-Elf für die WM“

Aber nicht nur wir spielen „Jogi“. Auch in Spanien, England oder Frankreich kann man sich austoben. Einmal Fabio Capello sein. Oder Vicente del Bosque? Ach und wer würde nicht gerne Raymond Domenech ein paar Tipps geben?

MARCA – Haz de Vicente del Bosque

Telegraph – Pick your England squad for the World Cup finals 2010

L’Equipe – Liste  des 23 pour la coupe du monde

Abpfiff!

Fallrückzieher zur Champions-League

21. April 2010 by

Inter Mailand - FC Barcelona

1:0
Pedro (19., Linksschuss, Maxwell)
1:1
Sneijder (30., Rechtsschuss, Milito)
2:1
Maicon (48., Rechtsschuss, Milito)
3:1
Milito (61., Kopfball, Sneijder)

Wo war die Messi-Show? Was war mit Zlatan los? Nach dem Halbfinal-Hinspiel zwischen Inter Mailand und dem FC Barcelona landet das Raumschiff Messi wieder auf dem Boden der Tatsachen. Die außerirdisch spielenden Spanier stehen nach dem 3:1 im San Siro vor dem Aus. Oder bluffen sie nur und zünden im Rückspiel wieder eine 4:1-Rakete?

The Special One

Was dachte sich „The Special One“ Jose Mourinho in der 61. Minute? In seinem Kopf  kollidierten wahrscheinlich wieder seine beiden
Persönlichkeiten miteinander. Die Eine die sagt: „Was? 3:1. OK, jetzt ruhig bleiben, die Räume eng machen und auf Konter spielen.“ gegen die andere Seite
die da sagt: „Wow…. seht her. Wer ist der Größte. Mit 3 verschiedenen Teams im Halbfinale! Ich bin der beste Trainer der Welt! „

Am Ende wurde es dann eine Aussage die irgendwo dazwischen hängt: „Wir haben gegen den Titelverteidiger gespielt, gegen den Klub-Weltmeister,
gegen eine Mannschaft, die letzte Saison sechs Titel geholt hat. Und wir haben 3:1 gewonnen. Das Überraschende an uns war, dass wir überhaupt
nichts Überraschendes gemacht haben. Wir haben gespielt wie Inter Mailand immer spielt“

Zanetti vs. Messi

Vor 78.500 Zuschauern baute sich zunächst das gewohnte Barca-Spiel auf. Kurzpassspiel, 70 % Ballbesitz, den Gegner mürbe machen.
Trotzdem zeigte Inter von Anfang an, dass sie sich nicht so einfach vorführen lassen wollten, wie es der FC Arsenal getan hatte.
Milito als einzige Spitze, Eto’o und Pandev etwas zurückgezogen, dahinter die beiden Abräumer Cambiasso und Thiago Motta. Da blieb Barca gar keine andere Möglichkeit
als über die Flügel zu spielen. Dumm nur das mit Zanetti und Maicon die Seiten einfach zubetoniert wurden. Bis auf das 0:1 durch Pedro, dass von Maxwell
über die rechte Seite eingeleitet wurde, erlaubten sich die beiden keinen Fehler. Beim 0:1 sahen Maicon, Cambiasso und Lucio nicht gut aus.

Quelle: picture alliance

Maicon steht sinnbildlich für das Spiel von Inter. Solide, robust, zweikampfstark, schnelles Umschalten nach Vorne. Zanetti sein kongenialer Partner auf der anderen Seite kettete Messi an sich fest und erlaubte „dem Floh“ nur eine Möglichkeit. Inters Innenverteidiger waren konsequent. Der Ball wurde oft einfach aus dem 16er gepfeffert.
Lucio spielte solide, auch wenn er zu Beginn einen Fehlpass spielte.

Tici Taka zerschellt an Inters Wand

Die Offensivabteilung von Barca spielte wie immer. Nur konnten sie einfach nichts gegen die körperbetont spielenden Inter Verteidiger machen. Xabi glänzte zwar mit dem ein oder andern tollen Pass, dieser fand aber nie einen Abnehmer. So war das Spiel von Barca sehr vorhersehbar. Wenn durch die Mitte nichts ging, rückte Alves mit nach vorne. Wenn die Flügel dicht waren, ordnete Xavi das Spiel im Stil eines zentralen Handballers. Erst gegen Ende als Pique mit nach vorne ging kratzte Barcelona an einem weiteren Treffer. Aber ein Barca Verteidiger darf wohl kein dreckiges Tor erzielen. Stattdessen jonglierte Pique den Ball lieber quer durch den 16er. Wie man es besser macht zeigte Diego Milito. Der 30-jährige Stümer von Inter krönte seine starke Leistung nach zwei Torvorlagen mit dem 3:1. Im argentinischen Vergleich gegen Messi, gingen Milito und Zanetti klar als Sieger hervor.

Quelle: dpa

Trotzdem bleibt Barca gelassen. Ein 3:1 im Gepäck, Puyol gesperrt, aber man spielt zu Hause. Gegen Arsenal hat man Barca auch fast abgeschrieben. Aber im Camp Nou werden die Karten neu gemischt. Inter wird sicher das tun was sie am besten können. Verteidigen, kontern, körperbetont spielen. Die Situation erinnert an das Halbfinale der letzten CL gege den FC Chelsea. Nach einem 0:0 im Camp Nou verwalteten die Blues ein 1:0 bis zur 90 Minute. Dann kamen Andres Iniesta und Tom Henning Övrebö. Der Rest ist Geschichte.

Das Alles wird Jose Mourinho egal sein. Der schaut lieber auf sich und seine Mannschaft. Hätte er doch die Möglichkeit nach
Ottmar Hitzfeld und Ernst Happel (Feyenoord Rotterdam (1979), Hamburger SV (1983)) der dritte Trainer zu werden, der mit zwei verschiedenen Teams die CL gewinnt.

Abpfiff!

Fallrückzieher zur Champions-League

6. April 2010 by

Huldigt den Messi(as) (Quelle: bild.de)

Kniet nieder vor dem Messi(as)

Fantastisch, sensationell, weltklasse. Das sind nur einige der Superlative die auf Lionel Messi zutreffen. Vier Tore im Viertelfinale gegen den FC Arsenal sprechen wirklich für sich. Bei jedem Tor zeigte ‘El Pulga‘, der Floh, sein ganzes Können.

  • Beim 1:1 bewies er, dass er auch mit Gewalt und totaler Entschlossenheit ein Tor erzielen kann. Was für ein Strich!
  • Das 2:1 schloss er nicht nur selber ab, nein er bereitete es sogar selber vor. Messi der geniale Teamplayer!
  • Seine technische Genialität und seine unglaubliche Coolness machten das dritte Tor aus. Für mich persönlich auch das Schönste.
  • Alle Eigenschaften bewies er denn beim vierten und letzten Tor. Der Tunnel gegen Almunia war die Krönung seiner Leistung.

Vielen ist der Begriff Messie nur von RTL bekannt. Da sind es meist irgendwelche Asis die jede Menge Müll sammeln. Aber auch Messi ist ein Messie. Denn er sammelt Titel, Auszeichnungen, Rekorde und jede Woche ein wunderschönes Tor nach dem anderen. Im Vereinsfußball ist Messi bereits einer der Größten. Jetzt muss er nur noch bei der WM sein riesiges Potential abrufen und er würde in den Fußball Olymp aufsteigen, zu Größen wie Pele, Beckenbauer oder seinem Vorgänger Maradona.

Weitere Randnotizen

  • Wer soll Barca eigentlich besiegen?: Ganz ehrlich, im Moment gibt es wohl keine Mannschaft auf der Welt, die gegen die Katalanen gewinnen kann. Zumindest nicht wenn sie weiterhin diese Top-Form abrufen können. Vielleicht sollte man mal Rubin Kasan ins Camp Nou schicken, die wissen ja wie es geht.

  • Respekt Kai Dittmann: Eigentlich kam mir der Sky Kommentator immer ein wenig als Erzählonkel vor. Doch wie er dieses Viertelfinale kommentierte, gespickt mit Wortspielen, ironischen Andeutungen und punktgenauen Informationen, dass war schon großes Kino und kann durchaus auch mit Wolff Fuss mithalten.

  • Party Urlaub in Barcelona: Nicklas Bendtner dachte sich wohl, dass er in Barcelona auf einer Studienreise sei. Nichts gegen seine spielerische Leistung, da war er noch mit einer der Besten bei den Gunners. Aber wie kann ich denn 90 Minuten mit hochgeklapptem Kragen über den Platz rennen? Arsene Wenger sollte da mal ein Machtwort sprechen.

Abpfiff!

Der Klick zum Kick – 29. Spieltag

5. April 2010 by

In unserer neuen Rubrik „Der Klick zum Kick“ wollen wir euch Kurioses und Interessantes vom vergangenen Spieltag in kurzer Form präsentieren. Keine ausführlichen Berichte, keine langweiligen Statistiken, einfach nur das Wichtigste vom Spieltag. Der 29. Spieltag bietet einiges an Gesprächsstoff.

  • Bayern entscheidet Liga-Gipfel für sich

Quelle: dpa

Nach dem 1:2  Sieg des FC Bayern München bei Schalke 04, können die Bayern mit viel Selbstvertrauen in das CL-Rückspiel bei Manchester United gehen. Nach langer Zeit meldete sich Ulrich Hoeneß wieder zu Wort und setzte verbale Nadelstiche gegen die Verfolger.

Uli Hoeneß: „Schalke hat heute hier quasi einsehen müssen, dass sie eigentlich nicht deutscher Meister werden dürfen! Denn wenn man gegen zehn Mann in 49 Minuten der zweiten Halbzeit nicht eine Torchance hat, dann darf man nicht deutscher Meister werden.“

Das Tor für Schalke erzielte wieder einmal Kevin Kuranyi. Der Bundestrainer war aber nicht vor Ort. Der sah sich das Duell der Stuttgarter an. Das Warten auf eine Entscheidung im Fall Kuranyi geht weiter.

  • Leverkusens Krise verschärft sich – Dortmund auf dem Vormarsch

Nach der dritten Niederlage in Serie, schlagen die Verantwortlichen in Leverkusen Alarm. In einem hochklassigen Bundesligaspiel verlor die Werkself mit 3:2 gegen die Eintracht. Das Tor des Spieltages erzielte dabei Caio, mit einem 35-Meter Hammer, der die Diskussionen um die Flugbahn der Fußbälle neu anfachen könnte. In bester Klaus Fischer-Manier brachte Frankfurts Innenverteidiger Maik Franz, in der 89. Minute den Ball mit einem Fallrückzieher über die Torlinie.

Borussia Dortmund schnuppert an den Champions-League Plätzen. Durch den Sieg gegen Werder Bremen untermauerten die Borussen ihre Heimstärke und liegen damit nur noch einen Punkt hinter Bayer Leverkusen.

  • Köln einfach nur schlecht! – Hertha hofft

Der 1. FC Köln konnte das 1:1, zwischen dem VFL Bochum und dem SC Freiburg nicht nutzen, um sich weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen. Die Kölner verloren völlig verdient mit 0:3 gegen Hertha BSC Berlin. Für die Berliner war dieses Spiel ein 6-Punkte Spiel, da sie in den letzten drei Bundesligaspielen auf die Top 3 der Liga treffen werden. Für die Kuriosität des Spiels sorgte FC-Keeper Mondragon, der bei einem Angriff  der Berliner zunächst aus dem Tor stürmte, um dann in Seelenruhe in Selbiges zurück zu schlendern…

  • Der Kampf um die Torjäger-Kanone

Quelle: dpa

18 Treffer! Genau so viele haben nun: Stefan Kießling (Leverkusen), Kevin Kuranyi (Schalke 04) und auch Edin Džeko (VFL Wolfsburg). Mit seinem Doppelpack gegen Hoffenheim brachte Edin Džeko neuen Schwung in mögliche Wechselabsichten. 40 Mio. € soll der Bosnier angeblich an Ablöse kosten. Das sagt zumindest Manager Dieter Hoeneß.

Dieter Hoeneß: „Wir haben mit Milan gesprochen. Milan hat natürlich Interesse gezeigt. Aber sie sind nicht bereit, die geforderte Summe zu bezahlen und wir sind nicht bereit, von der geforderten Summe runter zu gehen. Bei uns ist die Summe ganz klar: 40 Millionen stehen im Vertrag – und die werden am Ende bezahlt werden müssen! Im anderen Fall bleibt Dzeko. Und ich habe immer gesagt: Wenn ich die Wahl hätte zwischen dem Geld und dem Spieler, dann würde ich am Liebsten den Edin einpacken und hier noch die nächsten Jahre behalten.“

  • Guerrero als Osterhase

Für den Aufreger des Spieltages sorgte der HSV-Spieler Paolo Guerrero. Nach dem torlosen 0:0 gegen Hannover 96 kochte die Stimmung in der HSH-Nordbank Arena hoch. Die Fans pfiffen das Team von Bruno Labbadia gnadenlos aus. Auf dem Weg in die Kabine wurde Paolo Guerrero offenbar von einem HSV – Fan verbal attackiert. Paolo Guerrero schlug zurück. Und zwar in Form einer Trinkflasche, die er dem Zuschauer ins Gesicht pfefferte. Große Aufregung beim HSV und in den Medien.

Wir von seitfallzieher haben genauer hingesehen. Der gute Paolo Guerrero wollte den Zuschauer keineswegs verletzen. Am Ostersonntag ist es aber üblich den Fans kleine Geschenke zu überreichen. Wer sich die Bilder genauer ansieht, erkennt die guten Absichten des HSV-Spielers.

Hat denn keiner den Eierkorb gesehen ?

Frohe Ostern !

Man muss sich die Situation von Paolo auch mal vergegenwärtigen.  Erst die Verletzung in einer frühen Phase der Saison. Dann werden neue Stürmer gekauft (v. Nistelrooy). Dann sitzt er wochenlang in Peru fest, weil er ja so große Flugangst hat. In der Europa-League Qualli. fliegt er zwar mit nach Guingamp und zum FC Rangers, aber von Peru nach Deutschland ist ein Flug es natürlich viel schlimmer.

„Jogi, mach die Augen auf!“

29. März 2010 by

Was haben Franz Beckenbauer, Jupp Heynkes und Rainer Callmund gemeinsam? Sie alle setzen sich zur zeit stark für Kevin Kuranyi ein. Der Schalker-Stürmer, der am Wochenende beide Tore gegen Leverkusen erzielte, macht sich weiter Hoffnungen auf die WM 2010 in Südafrika.

Wer schießt im Sommer die Tore?

Fakt ist: Die deutschen Stürmer präsentieren sich 73 Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft alles andere als in Gala-Form. Lukas Podolski und Miroslav Klose laufen ihrer Form hinterher. Während Klose bei der 1:2 Niederlage der Bayern gegen Stuttgart 90 Minuten spielte, saß Podolski beim 1:4 Sieg der Kölner
nur auf der Bank ( Bauchmuskelzerrung ). Die beiden treffsichersten Nationalstürmer Mario Gomez und Stefan Kießling befinden sich nach ihren Verletzungen noch im Aufbau-Training und brauchen Spielpraxis.
Cacau versprüht nach seiner Gala-Woche ( Köln-Barcelona ) zur zeit keine Gefahr vor dem Tor. Patrick Helmes muss sich nach seinem Kreuzbandriss bei Leverkusen erst wieder durchsetzten.
Soviel zu den aktuellen deutschen Stürmern. Ein Glück das es da Kevin Kuranyi gibt, mag man sich denken. 17 Tore  in 27 Spielen, dazu zwei Tore im DFB-Pokal sprechen für sich.
Der 28-jährige erzielte damit zum ersten Mal in seiner Karriere mehr als 15 Tore in einer Sesion. Festzuhalten ist dabei aber das er neben Gerd Müller und Jupp Heynckes und Giovane Élber und Manni Burgsmüller und Roland Wohlfart und Anderen! der einzige deutsche Stürmer ist, der in 8 auf einander folgenden Jahren zweistellig getroffen hat. (a. d. Red. „dieses Argument ist wirklich lächerlich.“)

Quelle: ZDF

„Jogi, mach die Augen auf!“

Kuranyi trifft. Kuranyi kämpft. Sein Einsatz stimmt. Bundestrainer Joachim Löw fordert ja immer, dass die Spieler Leistung sprechen lassen müssen. Ach wirklich? Manchmal hat man das Gefühl, dass gerade die Stuttgarter eine größere Lobby beim Bundestrainer zu haben scheinen. Quatsch, das ist auf die Stuttgarter Vereinsarbeit zurückzuführen, meinen die anderen. Fakt ist aber auch: Wenn das von den Bundestrainern geforderte Leistungsprinzip gelten würde, dann müsste zum nächsten Spiel gegen Malta (13.05) die Hälfte aller Nationalspieler ausgetauscht werden. Aber so funktioniert es eben nicht. Leistungsprinzip bedeutet, dass man über einen längeren Zeitraum konstante Leistungen abrufen muss und in seinem Verein Stammspieler ist.

Kuranyi erfüllt alle Vorgaben und kann bereits auf 52 Spiele für die DFB Elf bei 19 Toren zurückblicken. Seine Leistungen waren dabei immer zufrieden stellend. Man denke an das grandiose Spiel in Prag gegen Tschechien.
Die Schalker-Fans sind sich einig. „Jogi, mach die Augen auf!“ hörte man am Samstagabend aus dem Schalker-Block. Der Bundestrainer wird sich sicher auf der Tribüne Gedanken gemacht haben. Kuranyi selbst bleib dagegen gelassen: „Ich habe noch Hoffnung. Ich bin in der besten Form meiner Karriere, aber ich kann nicht entscheiden. Es kann nur ein  Mensch ändern – und ich werde so lange kämpfen, bis der es auch tut.“

Medien forcieren Kuranyi Rückkehr

Welchem öffentlichen Druck dabei Jogi Löw ausgesetzt ist, erkennt man in den letzteen Wochen immer deutlicher. Bereits Ende Januar forderte die BILD-Zeitung Kuranyis Rückkehr mit „11 Gründe, warum TORanyi zur WM muss“. Neben den Hauptakteuren melden sich auch immer mehr Ehemalige zu Wort und setzten sich für Kuranyi ein.

Quelle: Bild.de

Quelle: Bild.de

Dem Ex-Nutella Boy kann das sicher nur weiterhelfen. Einer bleibt dabei stets besonnen. Felix Magath. Kuranyis Vaterfigur und „beßlte Treiner dän iß je hatte“ sagte zum Fall Kuranyi:  „Der Bundestrainer weiß, was er will. Er muss entscheiden, ob er so einen Stürmer braucht oder nicht. Ich freue mich natürlich für Kevin, dass er so stark ist. Letzte Woche haben sich Kevin und der Bundestrainer bei einem – glaube ich – zufälligen Treffen ein bisschen ausgetauscht. Vielleicht sollte man sich noch mal zufällig über den Weg laufen.
Weiter Druck gibt es vom Kaiser. Franz Beckenbauer spricht und fordert Kuranyis Wiederberufung durch den Bundestrainer. „Mein Vorschlag: Der DFB-Trainerstab und Präsident Dr. Theo Zwanziger sollten sich mit Kevin Kuranyi zusammensetzen. Eine Lösung finden, bei der alle Seiten das Gesicht wahren.“
Ähnlich sieht es auch Hansi Küpper im DSF-Doppelpass „Was Jogi Löw angeht, ist es auch ein Zeichen von Souveränität Größe zu sagen – ich nehme das nie zurück. [...] Da wo vorher nur Verlierer waren, sind auf einmal nur Gewinner.“

„Meine Entscheidung steht und ist unwiderruflich. Daran gibt es nichts zu rütteln“
-  Jogi Löw,  11.Oktober 2008

Festzuhalten bleibt, dass sich Kevin Kuranyi eine Aktion erlaubt hat die nicht zu entschuldigen ist. Er hat seine Mannschaft im Stich gelassen, hat die Werte des Fußballs mit Füßen getreten und wurde zurecht suspendiert. Die Verhältnismäßigkeit die der DFB aber im Umgang mit Strafen vollführt ist nicht nachzuvollziehen. Während Lukas Podolski für die Ohrfeige an Kaptän Michael Ballack lediglich mit Sozialstunden bestraft wurde (a.d.Red. Podolski musste bei der Soccer-Mobil-Tour im Rahmen der Aktion „Kinderträume 2011″ des DFB in Köln anwesend sein.) wird Kevin Kuranyi „unwiderruflich“ ausgeschlossen.

Das Machtwort spricht der Bundestrainer. Er allein entscheidet über Kuranyis sportliche Zukunft im DFB-Trikot. Es bleibt also anzuwarten ob wir im Sommer ein solches Bild erleben werden…

Quelle: ZDF


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