
Inter Mailand - FC Barcelona
1:0
Pedro (19., Linksschuss, Maxwell)
1:1
Sneijder (30., Rechtsschuss, Milito)
2:1
Maicon (48., Rechtsschuss, Milito)
3:1
Milito (61., Kopfball, Sneijder)
Wo war die Messi-Show? Was war mit Zlatan los? Nach dem Halbfinal-Hinspiel zwischen Inter Mailand und dem FC Barcelona landet das Raumschiff Messi wieder auf dem Boden der Tatsachen. Die außerirdisch spielenden Spanier stehen nach dem 3:1 im San Siro vor dem Aus. Oder bluffen sie nur und zünden im Rückspiel wieder eine 4:1-Rakete?
The Special One
Was dachte sich „The Special One“ Jose Mourinho in der 61. Minute? In seinem Kopf kollidierten wahrscheinlich wieder seine beiden
Persönlichkeiten miteinander. Die Eine die sagt: „Was? 3:1. OK, jetzt ruhig bleiben, die Räume eng machen und auf Konter spielen.“ gegen die andere Seite
die da sagt: „Wow…. seht her. Wer ist der Größte. Mit 3 verschiedenen Teams im Halbfinale! Ich bin der beste Trainer der Welt! „
Am Ende wurde es dann eine Aussage die irgendwo dazwischen hängt: „Wir haben gegen den Titelverteidiger gespielt, gegen den Klub-Weltmeister,
gegen eine Mannschaft, die letzte Saison sechs Titel geholt hat. Und wir haben 3:1 gewonnen. Das Überraschende an uns war, dass wir überhaupt
nichts Überraschendes gemacht haben. Wir haben gespielt wie Inter Mailand immer spielt“
Zanetti vs. Messi
Vor 78.500 Zuschauern baute sich zunächst das gewohnte Barca-Spiel auf. Kurzpassspiel, 70 % Ballbesitz, den Gegner mürbe machen.
Trotzdem zeigte Inter von Anfang an, dass sie sich nicht so einfach vorführen lassen wollten, wie es der FC Arsenal getan hatte.
Milito als einzige Spitze, Eto’o und Pandev etwas zurückgezogen, dahinter die beiden Abräumer Cambiasso und Thiago Motta. Da blieb Barca gar keine andere Möglichkeit
als über die Flügel zu spielen. Dumm nur das mit Zanetti und Maicon die Seiten einfach zubetoniert wurden. Bis auf das 0:1 durch Pedro, dass von Maxwell
über die rechte Seite eingeleitet wurde, erlaubten sich die beiden keinen Fehler. Beim 0:1 sahen Maicon, Cambiasso und Lucio nicht gut aus.

Quelle: picture alliance
Maicon steht sinnbildlich für das Spiel von Inter. Solide, robust, zweikampfstark, schnelles Umschalten nach Vorne. Zanetti sein kongenialer Partner auf der anderen Seite kettete Messi an sich fest und erlaubte „dem Floh“ nur eine Möglichkeit. Inters Innenverteidiger waren konsequent. Der Ball wurde oft einfach aus dem 16er gepfeffert.
Lucio spielte solide, auch wenn er zu Beginn einen Fehlpass spielte.
Tici Taka zerschellt an Inters Wand
Die Offensivabteilung von Barca spielte wie immer. Nur konnten sie einfach nichts gegen die körperbetont spielenden Inter Verteidiger machen. Xabi glänzte zwar mit dem ein oder andern tollen Pass, dieser fand aber nie einen Abnehmer. So war das Spiel von Barca sehr vorhersehbar. Wenn durch die Mitte nichts ging, rückte Alves mit nach vorne. Wenn die Flügel dicht waren, ordnete Xavi das Spiel im Stil eines zentralen Handballers. Erst gegen Ende als Pique mit nach vorne ging kratzte Barcelona an einem weiteren Treffer. Aber ein Barca Verteidiger darf wohl kein dreckiges Tor erzielen. Stattdessen jonglierte Pique den Ball lieber quer durch den 16er. Wie man es besser macht zeigte Diego Milito. Der 30-jährige Stümer von Inter krönte seine starke Leistung nach zwei Torvorlagen mit dem 3:1. Im argentinischen Vergleich gegen Messi, gingen Milito und Zanetti klar als Sieger hervor.

Quelle: dpa
Trotzdem bleibt Barca gelassen. Ein 3:1 im Gepäck, Puyol gesperrt, aber man spielt zu Hause. Gegen Arsenal hat man Barca auch fast abgeschrieben. Aber im Camp Nou werden die Karten neu gemischt. Inter wird sicher das tun was sie am besten können. Verteidigen, kontern, körperbetont spielen. Die Situation erinnert an das Halbfinale der letzten CL gege den FC Chelsea. Nach einem 0:0 im Camp Nou verwalteten die Blues ein 1:0 bis zur 90 Minute. Dann kamen Andres Iniesta und Tom Henning Övrebö. Der Rest ist Geschichte.
Das Alles wird Jose Mourinho egal sein. Der schaut lieber auf sich und seine Mannschaft. Hätte er doch die Möglichkeit nach
Ottmar Hitzfeld und Ernst Happel (Feyenoord Rotterdam (1979), Hamburger SV (1983)) der dritte Trainer zu werden, der mit zwei verschiedenen Teams die CL gewinnt.
Abpfiff!